Feeds:
Artikel
Kommentare

Mit ‘Hackler-Pension’ getaggte Artikel

Wie jedes Jahr zu dieser Zeit beginnen die Diskussionen zur kommenden Pensionsanpassung. Die Rechtslage ist klar: Die für die Erhöhung maßgebliche Inflationsrate beträgt 2,8 %, auf Grund des im Frühjahr beschlossenen Konsolidierungspaketes wird die Anpassung 1 % darunter liegen, also 1,8 %. Die Kommission zur langfristigen Pensionssicherung wird am 29.10.2012 sicherlich diesen Anpassungsprozentsatz empfehlen, der dann Gegenstand der Verhandlungen des Österreichischen Seniorenrates mit der Bundesregierung sein wird.

 

Ärgerlich ist, dass bewusst zu diesem Zeitpunkt von selbsternannten Experten die „Unfinanzierbarkeit“ des Pensionssystems behauptet wird, die Faktenlage ist eine andere. Der Bundesbeitrag, d. h. der Zuschuss des Staates zu den Pensionen, geht zurück, einerseits auf Grund der guten Beschäftigungslage, andererseits weil die durch die Bundesregierung eingeleiteten Reformmaßnahmen jetzt zu greifen beginnen. So sinken die Anträge zu den Invaliditätspensionen und auch die sog. „Hacklerregelung“ (Langzeitversichertenregelung) ist auf Grund der erschwerten Zugangsvoraussetzungen deutlich rückläufig. Von dem in den 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts geleisteten Staatszuschuss von bis zu 34 % der Pensionsaufwendungen sind wir noch weit entfernt, derzeit halten wir bei rund 26 % (Quelle: Gutachten der Kommission zur langfristigen Pensionssicherung für das Jahr 2012).

 

Ein Dauerthema ist auch der sog. Pensionssicherungsbeitrag im Öffentlichen Dienst, der inzwischen seinen Sinn verloren und raschest abgeschafft gehört. Die dafür zuständige vom Bundeskanzleramt eingerichtete Arbeitsgruppe hat in zwei Sitzungen keine Ergebnisse zu Stande gebracht, hier werden wir den Druck verstärken müssen.

 

Zum Thema ELGA kommt Bewegung herein, der neue Ärztekammerchef Dr. Wechselberger ist hier pragmatischer als sein Vorgänger, wodurch zu hoffen ist, dass im Herbst eine Beschlussfassung im Parlament möglich sein wird. Bezüglich des Datenschutzes ist anzumerken, dass dies in anderen Ländern kein besonderes Thema ist, so sind z.B. in Dänemark alle Daten (und dies zum Teil schon seit 1977!) auf einem zentralen Server gespeichert, verbunden mit einem einfachen System der Zugangsberechtigung.

Read Full Post »

Beamte und die Hacklerregelung

Liebe Seniorinnen und Senioren!

Am 10. März bezog sich ein Artikel der „Kleinen Zeitung“ unter dem Titel „Jeder zweite Beamte geht in Hacklerpension“ auf ein Thema, um welches immer wieder besonders große Aufregung herrscht.

Mir ist es wichtig, dazu aktiv Stellung zu beziehen. Weil jedoch die „Kleine Zeitung“ grundsätzlich keine Leserbriefe von Politiker/innen veröffentlich, stelle ich Ihnen diesen zu diesem Zwecke verfassten Text gerne untenstehend zur Verfügung.

Eine differenzierte Betrachtung erscheint mir bei diesem Thema nämlich als besonders wichtig!

Mit besten Grüßen
Dr. Andreas Khol
Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes

Beamte und die Hacklerregelung

Ja, da kocht die Volksseele: „WIR müssen länger arbeiten und DIE gehen früher und ohne Abschläge in Pension!“ Ich selbst habe als Seniorenbundobmann seit Jahren vorgeschlagen, die Hacklerregelung so rasch als möglich auslaufen zu lassen – und bleibe dabei.

Allerdings muss man angesichts des aktuellen Anlassfalls und der genannten Beamten-Zahlen eines bedenken – den entscheidenden Unterschied zwischen Beamten und anderen Erwerbstätigen: Auch den Aktivbezug zahlen beim Beamten die Steuerzahler!

Die Auswirkungen am aktuell in den Medien kursierenden Beispiel: Die betroffene Person hätte ohne Pensionierung noch weitere 5 Jahre den Aktivbezug erhalten – also 30% mehr Steuer-Euros in jedem einzelnen Monat. Und nach diesen 5 Jahren des Weiterarbeitens wäre die Pension auf Lebenszeit noch einmal deutlich höher ausgefallen als im Falle des jetzigen Antritts.

Es hilft der kochenden Volksseele nicht, sollte aber nicht übersehen werden: Die aktuelle Vorgangsweise spart dem Steuerzahler unter dem Strich große Summen.

Dennoch bleibe ich dabei: Die Regelung sollte schrittweise auslaufen – ohne Schlupflöcher! Allerdings muss dabei auch klar sein, dass dies im Beamten-Bereich Mehrkosten verursacht!

Dr. Andreas Khol
Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes
amtsführender Präsident des Österreichischen Seniorenrates

Read Full Post »

Die Sozialpartner legten diese Woche also ihr Reformpapier zum Thema „Länger Arbeiten“ vor. Darin findet sich der eine oder andere Punkt, den auch wir Senioren unterstützen – besonders der Ausbau von Rehabilitationsmaßnahmen statt Pensionsantritt oder die Teilpension, die man ab 62 im Falle einer Arbeitszeitreduktion wird beanspruchen können. In beiden Fällen sind wir allerdings nur einverstanden, wenn dies nicht aus Mitteln der Pensionsversicherung alleine bezahlt wird. Leider hatten die Sozialpartner keinen Auftrag des Sozialministers, sich auch um diese besonders wichtigen Punkte zu kümmern: Abschaffung von Privilegien im staatsnahen Bereich, Ende von Zwangspensionierungen, ASVG für Alle bis 2025, oder das raschere Auslaufen der „Hacklerregelung“.

Aus der ÖVP kam auf allen Ebenen dieselbe Reaktion: Danke für die Vorschläge, wir benötigen darüber hinaus aber noch Strukturreformen. Das sehen auch wir so. Und Finanzministerin Fekter hat sehr sachlich und korrekt geantwortet: Sie wird jeden Vorschlag jetzt durchrechnen lassen. Nur was finanziell wirklich Vorteile bringt, soll umgesetzt werden. Damit entspricht sie voll und ganz unserem Wunsch. Und wenn in den kommenden Wochen wieder Verhandlungen mit dem Sozialministerium stattfinden – wobei der Seniorenrat korrekterweise endlich wieder eingebunden sein soll – werden wir vom verantwortlichen Minister auch die Behandlungen der anderen, strukturellen Maßnahmen einfordern.

Ebenfalls interessant zu beobachten war dieser Tage eine Entscheidung in Wien zu den neuen Öffi-Tarifen. Nicht, dass die präsentierte Lösung gut für Senioren wäre (im Gegenteil) – interessant war vielmehr die Wiener Medienberichterstattung, zu beachten vor dem Hintergrund der SPÖ-Inseratenaffäre. Denn alle unsere Einwände blieben von den Wiener Medien (im Besonderen den „berühmten“ Gratis-Medien mit der unbekannten Eigentümer-Struktur) fast völlig ausgeblendet – übrig blieb lediglich eine Jubelschlagzeile zugunsten der Wiener Stadtregierung.

Inhaltlich geht es darum: Für alle wurde die Jahreskarte billiger – nur für die Senioren nicht, deren Ermäßigung wurde von bisher 50% auf dann 40% gesenkt. Zwar können Senioren nun auch in Wien nach drei Jahren Rechtsbruch endlich mit 60 die Ermäßigung beanspruchen, gleich ob Frau oder Mann. Allerdings steigt dieses Zugangsalter dann in 2-Jahres-Schritten um je ein Jahr, wird 2022 somit 65 Jahre betragen, obwohl erst ab 2023 das Antrittsalter der Frauen zur Pension schrittweise auf 65 Jahre angehoben wird.

Bundesobmann-Stellvertreterin und Wiener-Seniorenbundvorsitzende Ingrid Korosec hat dazu heftige Proteste angekündigt, die wir gerne unterstützen!

Read Full Post »

Herzlich willkommen in der neuesten „Pensionsdebatte“. Wir halten fest: Die Kommission zur langfristigen Pensionssicherung tagt wieder und wie immer gehen die Meinungen über den Zustand des Pensionssystems weit auseinander. Von „Kosten-Exlosion“ und „Tickender Zeitbombe“ bis „Alles in Butter“ lauteten die Kommentare aufgrund der ersten durchgesickerten Zahlen. Ich bin mir dabei sicher, dass die Wahrheit ziemlich genau in der Mitte liegt!

Dazu ist es wichtig, die entscheidende Frage zu klären: Wollen wir Reformen, oder wollen wir den „Nachhaltigkeitsmechanismus“?

Diese kompliziert klingende Frage ist sehr einfach erklärt: Würden die von der Kommission errechneten Zahlen über den Annahmen von 2004 liegen, müsste lt. Gesetz der „Nachhaltigkeitsmechanismus“ einsetzen. Dieser würde vorsehen, dass die errechneten Mehrkosten auf diese 5 Punkte gleichmäßig aufgeteilt werden müssen:

1.  Beitragssatz – also mehr Beiträge für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

2.  Kontoprozentsatz der APG-Pension – also Kürzung künftiger Neupensionen

3.  Anfallsalter – also Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters (obwohl so Viele heute das aktuelle gesetzliche Antrittsalter gar nicht erreichen)

4.  Pensionsanpassung – also Null-Runden (!) für heutige Pensionisten

5.  Bundesbeitrag – also schlimmsten Falls Kürzungen bestehender Pensionen

Dazu frage ich Sie jetzt ganz offen: Wollen wir diese 5 Punkte umsetzen, oder sollte die Politik vorher besser alles daran setzen, dass

1.  alle Schlupflöcher in die Frühpension konsequent geschlossen und alle Privilegien abgeschafft werden

2.  endlich die Regel „ASVG für Alle“ umgesetzt wird, und zwar nicht erst in 30 Jahren sondern bis spätestens 2025

3.  endlich alles getan wird, damit so viele Menschen wie möglich das gesetzliche Pensionsantrittsalter erreichen können und dürfen – mit Betonung auf den letzten drei Worten!

Ich brauche da nicht lange nachzudenken und entscheide mich eindeutig für die Reformen! Denn: Es wäre völlig grotesk, wenn Menschen mehr Beiträge zahlen oder weniger Pension kriegen sollen, nur weil die Politik es zuvor nicht geschafft hat, die Ungerechtigkeiten zu beseitigen!

Read Full Post »

Derzeit könnte man sich dazu verleitet fühlen, bei jeder Begegnung mit Seniorinnen und Senioren nachzufragen: „Und, altern Sie auch so rapide?“ Auch Fragen wie „Na, auch schon so überaltert?“ oder „Leiden auch Sie an akuter Frühpensionistis“ würden sich anbieten.

Beim Europa-Forum in Alpbach hat man sich – sehr konstruktiv und sachbezogen – mit dem Thema des längeren Arbeitens auseinandergesetzt. Aber irgendwie scheint den Medien das Thema nicht ganz zu „schmecken“ und so fand man in Einleitungen der aktuellen Artikel Formulierungen wie „In unserem österreichischen Sozialsystem droht das finanzielle Loch immer größer zu werden. Auslöser ist die rapide alternde Gesellschaft. (TT, 25.08.10)“

Die Wortwahl bleibt also stigmatisierend und verächtlich. Das schlimmste daran ist allerdings, dass dies heute weit an der Lebensrealität vorbeigeht. Denn immer mehr Menschen wollen von sich aus wenigstens bis zum gesetzlichen Pensionsantrittsalter im Job bleiben. Sie fordern ihr Recht auf Arbeit – auch im Alter – ein. „Stimmt nicht“, beharren die Medien, ältere Arbeitnehmer in Österreich leiden bekanntlich an akuter „Frühpensionistis“.

Der Zuckerguss über die Berichte ist dann die wiederholte Behauptung, eine Beschäftigung Älterer würde die Jobchancen der Jüngeren zunichte machen. Eine „glatte Lüge“, wie Marilies Flemming in einem Interview mit „Die Presse“ betont. EUROSTAT hatte zuletzt mit deutlichen Zahlen belegt, dass zwischen der Beschäftigungsquote Älterer und der Jugendarbeitslosigkeit absolut kein Zusammenhang besteht.

Schließlich folgt dann die Forderung, nach „drastischen Abschlägen“ bei den Pensionen jener, die „viel zu früh“ aus dem Arbeitsleben ausscheiden – eine weitere Lobby-Kampagne gegen die Menschen, ein weiterer Rufmord an der Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft älterer Menschen.

Wir werden uns diesen Behauptungen weiterhin entschieden entgegen stellen, werden uns mit aller Kraft weiter für die Einführung des „Seniorenbund-Belohnungsmodells“ einsetzen. Wer will, dass mehr Menschen bis zur Erreichung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters im Job bleiben, muss einen ausgewogenen Maßnahmenmix finden und wer jetzt nicht erkennt, dass die Menschen diese Entwicklung längst von sich aus einfordern, befindet sich auf dem Holzweg!

Read Full Post »

Alle Jahre wieder ereilt uns die mehr oder weniger begründete Pensions-Debatte und eine damit verbundene mehr oder weniger starke Pensionisten-Hetze. Im Gegensatz zu den Vorjahren kann man diesmal allerdings einen leichten Anflug von Seriosität beobachten. Denn der OECD-Experte, der diese Woche die „Unfinanzierbarkeits-Keule“ schwang, stellte sehr deutlich fest: Wir haben ein gutes Pensionssystem. Aber – und auch da war er sehr deutlich – die Schlupflöcher müssen so schnell als möglich geschlossen werden.

Zur Abwechslung bemerkten dann sogar ein paar Journalisten, dass wir Seniorenvertreter keine blinden „Privelgien-Betonierer“ sind, sondern schon seit Jahren sehr deutlich sagen: Nicht die Pensionsanpassungen sind das Problem, es sind die zahllosen Ausnahmen und Privilegien die die Finanzierbarkeit der Systeme gefährden.

Also halten wir die Punkte gerne noch einmal fest:

-     Die jährliche Pensionsanpassung ist in Stein gemeißelt, sie wird im Herbst wie üblich verhandelt werden. Sie ist NICHT das Problem des Pensionssystems.

-     Die so genannte „Hackler-Regelung“ muss neu gestaltet werden. Und zwar schnell. Heute profitieren davon die Falschen.

-     Die säumigen Bundesländer – allen voran Wien – müssen sofort die Reformen bei ihren Landesbeamten durchführen. Alleine Wien verursacht durch seine Weigerung Mehrkosten von 350 Millionen pro Jahr. Geld, das alle Steuerzahler/innen aufbringen müssen und ein Betrag der um fast 100 Millionen höher ist, als das, was der Sozialminister 2011 beim Budgetposten Pensionen einsparen muss.

-     Die ÖBBler und alle anderen, die so gerne mit knapp 50 in die Pension flüchten, müssen sofort länger im Job bleiben.

-     Der Zugang zur Invaliditätspension ist neu zu regeln. Rehabilitation und Hilfe beim Wiedereinstieg müssen vor einer Pensionierung ernsthaft und ehrlich angeboten aber auch eingefordert werden.

-     Das „Seniorenbund-Belohnungsmodell“ muss mit Jahresanfang eingeführt werden. Jede/r Einzelne, der davon Gebrauch macht ist ein Gewinn für unsere sozialen Systeme und wird selbst finanziell belohnt – ohne, dass dabei Kosten für die Allgemeinheit entstehen!

Doch in den Arbeitsgruppen stocken die Reformen zur „Hacklerpension“ und den anderen Sonderpensionsformen. An uns Seniorenvertretern liegt’s nicht, das haben wir mehrfach bewiesen. Und so bleibt uns nur der Aufruf: Springt über eure (ideologischen) Schatten, beendet die Blockade und legt bis zum Herbst eine ECHTE Reform vor. Damit die Pensionen auch für die heute Jungen sicher sind und damit wir Senioren uns nicht alljährlich durch den medialen Kakao ziehen lassen müssen!

Read Full Post »

Wenn wir nun alle in die Karwoche starten, beenden wir nicht nur bald die Fastenzeit, sondern haben schon das erste Viertel des Jahres 2010 hinter uns.

Und 2010 ist ein besonders spannendes Jahr:

Es ist das erste Jahr im neuen Jahrzehnt, das Jahr im dem die schreckliche Finanzkrise anfängt nachzulassen. Es ist das Schlüsseljahr für wichtige Weichenstellungen, damit unser Österreich seinen Weg in eine gute Zukunft finden kann. 2010 ist aber auch ein Wahljahr und heuer begeht der Österreichische Seniorenrat sein 10jähriges Jubiläum als gesetzlich anerkannter Sozialpartner.

Was hat sich im ersten Jahresviertel also aus Sicht der Senioren getan:

Gleich zu Jahresbeginn hatten wir den Kampf um die Pensionskassen-Reform weitergeführt. Doch drei Monate – und einige Verhandlungsrunden – später ist klar: Es wird eine politische Entscheidung geben müssen; wir müssen den politischen Druck dazu deutlich erhöhen!

Dabei liegt unser Vorschlag längst auf dem Tisch: Das Pauschalsteuermodell würde mit einem Schlag 300 bis 500 Millionen Euro ins Budget einbringen und wäre zugleich ein faires Angebot an die Betroffenen! Dieser Kampf wird uns also noch einige Monate begleiten.

Den ersten Wahlkampf galt es ebenfalls gleich zu Beginn des Jahres zu bestreiten und wir haben dabei einen großartigen Erfolg errungen: Bei den Wahlen zum ORF-Publikumsrat erzielte unser Kandidat Prof. Gerhard Tötschinger so viele Stimmen, wie kein Kandidat je zuvor.

Mittlerweile haben die Mitglieder des Publikumsrates Prof. Tötschinger in den Stiftungsrat (das höchste Gremium des ORF) und in den Programm-Ausschuss gewählt.

Auf unserem Weg zu einem „Rot-Weiss-Roten Qualitäts-Fernsehen“ haben wir also zwei große Zwischenziele erreicht. Bis zum Jahresende geht’s nun um die Gestaltung des neu zu schaffenden Spartenkanals für Kultur & Information.

Neben den Verhandlungen zur Pensionskassen-Reform haben wir als gleichberechtigte Sozialpartner auch an den Gesprächen zur „Neuregelung der Sonderpensionsformen“ teilgenommen. Wie es mit „Hackler“-Regelung, Invaliditätspension und Co in Zukunft weitergehen soll, ist aber weiter unklar. Der Sozialminister ist jetzt gerade dabei, die entsprechenden Vorschläge auszuarbeiten, die wir mit großem Interesse erwarten.

Auch hier liegt die eigentliche Arbeit noch vor uns und wird uns noch monatelang beschäftigen!

Bei den Pensionen erlebten wir wieder zwei mediale Anläufe zur alten „Senioren-Hetze“. Die Pensionen seien nicht finanzierbar, im kommenden Jahr werde es keine Pensionsanpassung geben. So ein Unsinn!

Die Fakten: Die Saison für Pensionsverhandlungen ist im Oktober, wenn die Inflationsraten der Monate August 2009 bis Juli 2010 bekannt sind und wenn die Ergebnisse der „Kommission zur langfristigen Pensionssicherung“ vorliegen. Dann wird dem Gesetz entsprechend verhandelt – jede Spekulation bis dahin ist unseriös!

Im Bereich von Pflege & Betreuung wurde auch im ersten Viertel dieses Jahres etwas bestätigt, was schon im vorigen Sommer bekannt geworden war: Der Rechnungshof kritisierte die uneinheitlichen Standards bei den Pflegegeld-Einstufungen, die viel zu langen Wartezeiten und die viel zu vielen zuständigen Stellen (mehr als 280! in ganz Österreich).

Da liegt eine große Aufgabe vor Sozial- und Gesundheitsminister, wo wir ganz massiv auf die schnellst mögliche Erledigung drängen werden.

Apropos Gesundheitsminister: Der Chef des Hauptverbandes, Schelling, sagte letzte Woche, das Gesundheitssystem liege auf der „Intensivstation“. Hinsichtlich der dringend erforderlichen (Spitals-) Reformen ist in den ersten drei Monaten dieses Jahres absolut nichts passiert. Das wird sich rasch ändern müssen und unsere Rolle bei diesen Reformen ist klar: Konstruktiv beitragen aber mit der ganz klaren Vorgabe die Reformen ohne Leistungskürzungen und ohne Beitragserhöhungen durchzuführen!

Zuletzt wurde dann auch der Budgetrahmen für die Jahre 2011 bis 2014 beschlossen. Es fehlt viel Geld! Die Budgetlücke soll nun zu 60% durch Einsparungen und zu 40% durch (neue) Steuern gestopft werden. Die Aufregung der ersten Tage war groß, überall kursierten Gerüchte und Vermutungen. Die Wahrheit ist aber, dass kein einziger konkreter Entwurf vorliegt! Wir werden die entsprechenden Vorschläge abwarten und dann kritisch bewerten – wie immer!

Zu guter Letzt geht es dann auch noch um die Wahlen 2010: Die ÖVP hat kürzlich die Entscheidung getroffen, bei den Bundespräsidentenwahlen keinen eigenen Kandidaten zu nominieren. Erfolgreiche und tüchtige ÖVP-Kandidat/innen stehen Ihnen dafür in diesem Jahr gleich bei drei Landtagswahlen zur Verfügung. Und dort geht es dann auch um sehr viel: um die konkrete Ausgestaltung Ihres nahen Lebensumfeldes. Und da werden auch wir Senioren wieder sehr viel im Einsatz sein.

In Wien zum Beispiel leitet die erste Bundesobmann-Stellvertreterin Ingrid Korosec den ÖVP-Wahlkampf. Und im Burgenland ebenso wie in der Steiermark sind mit unseren Landesobleuten (und ebenfalls Bundesobmann-Stellvertretern) Kurt Korbatits und LAbg. Gregor Hammerl gleich zwei sehr erfahrene und starke Persönlichkeiten im Einsatz! Unsere Unterstützung ist ihnen sicher!

Nach diesem Rückblick kann man also sagen: Viele Punkte sind offenen geblieben. Es bleibt ein schwieriges Jahr und wir werden in einigen Punkten hart kämpfen müssen, um die Anliegen der Seniorinnen und Senioren zu vertreten. Doch wir sind dazu bereit!

Auf diesem Wege wünsche ich Ihnen nun Frohe Ostern! Sammeln Sie viel Kraft im Kreise ihre Familie.

Read Full Post »

Diese Woche sorgte das erste Treffen der Sozialpartner mit dem Sozialminister zum Thema „Neuregelung der Sonderpensionsarten“ für hitzige und durchwegs emotional geführte Debatten in den Medien und unter den Senioren. Dies betrifft vor allem die so genannte „Hackler-Regelung“, sowie die Schwerarbeiter- und Invaliditätspension.

Wohlgemerkt waren zu dieser Runde wieder einmal der Seniorenrat und die Bundesjungendvertretung nicht eingeladen. Obwohl zwei mittlerweile 10 Jahren gesetzlich geregelt ist, dass alle Themen, die die Senioren betreffen können (im Falle der Bundesjungendvertretung: die Jungen betreffen können), den „alten“ Sozialpartnern gleichgestellt und somit in die Entscheidungsprozesse einzubinden sind. Dass die Themen der Sonderpensionsformen sowohl die Senioren als auch die Jungen betreffen, muss an dieser Stelle wohl kaum ausgeführt oder diskutiert werden.

Nach einer sehr deutlichen Protestnote des Seniorenrates wird es nun auch mit uns Gespräche zu diesem Thema geben. Bei den nächsten Verhandlungsrunden erwarten wir außerdem, von vorn herein eingeladen zu werden.

Der Sozialminister hat laut Regierungsprogramm den Auftrag, die Sonderpensionsformen neu zu regeln. Ziel muss dabei sein, dass die neuen Regelungen sowohl finanzierbar als auch möglichst ausgewogen sind.

Uns ist es besonders wichtig, an diesen Verhandlungen teilzunehmen, haben wir doch Vorschläge zu unterbreiten, die sich deutlich von jenen der anderen Sozialpartner unterscheiden. Bei der so genannten „Hackler-Pension“ wünschen wir uns zum Beispiel einen Bonus, also einen Zuschlag zur Pension. Wer mehr als 40 bzw 45 Jahre arbeitet, soll deutliche Zuschläge zu seiner Pension erhalten. Die Positionen der einzelnen Gruppen liegen hier noch sehr weit auseinander. Und wir werden hart kämpfen müssen, um unsere Ziele auch durchsetzen zu können!

Read Full Post »

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.