Zum aktuellen Sparpaket
10 Februar, 2012 von Andreas Khol
Liebe Seniorinnen und Senioren!
Bevor Stück für Stück alle Details aller Kapitel des Sparpaketes der Öffentlichkeit präsentiert werden, darf ich einige Grundsätze für uns Senioren, die in diesem Paket verwirklicht sind, festhalten:
1.
Die mehr als 7 Milliarden, die aus dem Kapitel „Pensionen“ kommen, kommen NICHT ausschließlich von Pensionisten. Denn mehr als die Hälfte davon kommt durch Reformen – wie zB die Abschaffung der Parallelrechnung, die Abschaffung der Invaliditätspension vor 50, die Änderungen bei der Korridorpension etc.
2.
Es wird in keinem der Jahre eine Null-Runde bei den Pensionsanpassung geben. Zwei Anpassungen (2013 und 2014) werden unter der gesetzlich berechneten Teuerung liegen. Wie genau, das wird in den Pensionsverhandlungen im Herbst festgelegt, denn erst dann kennen wir den gesetzlichen Anpassungswert. Allen bis dahin veröffentlichten Angaben ist entsprechend wenig Glauben zu schenken.
3.
Uns war wichtig: Es muss echte Reformen für Nachhaltigkeit geben (auch im Pensionsbereich). Es müssen alle Bevölkerungsgruppen entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit eingebunden sein. Das Gesamtpaket erfüllt diese Forderungen.
Sparen ist immer schmerzhaft. Es ist mit dem Paket jedoch gelungen, die Belastung ausgewogen zu verteilen. Jeder trägt im Rahmen seiner Leistungsfähigkeit bei. Ich habe mittlerweile fünf Sparpakete im Laufe meines Berufslebens begleitet. Keines davon war so groß. Bei keinem davon waren die Betroffenen (auch wir Seniorenvertreter) von Anfang an so intensiv eingebunden.
Sparen ist immer unangenehm – aber wenn man spart, dann so ausgewogen wie mit diesem Paket.
Details werden in den kommenden Tagen und Wochen in allen Einzelheiten vorgelegt und diskutiert.
Herzlich Ihr
Dr. Andreas Khol
Bundesobmann
Gefällt mir:
Sei der Erste, dem diese(r) Artikel gefällt.
Veröffentlicht in Aktuelles | Getaggt mit Budget, Pensionen, Reform, Sparpaket | 5 Kommentare
Kommentar verfassen
Wer lügt ??
Die OÖN (Oberösterreichische Nachrichten) schreiben heute:
Nach dem Letztstand im Sparpaket soll es nur für Renten bis 1200 Euro jeweils eine einprozentige Pensionserhöhung geben. Darüber wird die Pensionsanpassung gegen NULL reduziert.
Also doch eine Null-Runde !
Sehr geehrter Herr Mayer,
heute früh (das kann also noch in keiner Zeitung stehen) wurde mit dem Sozialminister vereinbart: 2013 und 2014 werden wir vom bis dahin jeweils zu berechnenden Anpassungswert (steht zB erst im August 2012 fest, könnte zB lt. derzeitigen Zahlen um die 3% liegen) ein bestimmter Prozentsatz abgezogen (zB bei 1% Abzug = 3% – 1% = 2% Anpassung im Schnitt).
Die Details werden bei den Pensionsverhandlungen im Herbst geklärt – alles was davor in irgend einer Zeitung steht ist FALSCH (wir kennen das doch aus den Vorjahren!).
Wir werden unsere Versprechen gegenüber Senioren UND gegenüber der Regierung einhalten.
Es wird KEINE NULLRUNDE für jemanden geben. Und wir werden das vorgegebene Sparvolumen einhalten – wie wir es immer getan haben in unserer Verantwortung für das Land.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Andreas Khol
Bundesobmann
Wenn Anpassungen “IM SCHNITT” angekündigt werden, bedeutet dies wiederum eine (nach EU-Recht verbotene) Differenzierung, von der Alleinverdiener-Pensionistenehepaare wiederum in hinterhältiger Weise gezielt getroffen und diskriminiert werden sollen (wie im Vorjahr)!
Nach EU-Recht (mit vorrangiger Geltung gegenüber nationalem Recht) ist eine unterschiedliche Behandlung innerhalb einer Gruppe unzulässig! Das heißt zB., daß innerhalb der ASVG-Pensionisten (sie bilden eine Gruppe) die Erhöhung für alle Pensionisten – unabhängig von der Pensionshöhe – mit einem einheitlichen Prozentsatz zu erfolgen hat! Also:
2013: Inflation minus 1,0 % für alle ASVG-Pensionisten,
2014: Inflation minus 0,8 % für alle ASVG-Pensionisten
Na, das hört sich sehr vernünftig an und ich glaube, dass diesmal die Seniorenvertretung maßvoll mitgezogen ist.
Leider sehe ich in nächster Zeit (so wie in den letzten 10 Jahren) keinen wirklichen Realzuwachs mehr und eine weitere Pensions-Armut entstehen.
Armer Sozialstaat!
Bei allen Überlegungen wurden leider die Alleinverdiener mit relativ geringen Einkommen – z.B. unter € 2,000.- wieder einmal wissentlich ausgeschlossen. Bringt eben durch die Masse der Betroffenen recht viel. Daß dadurch die Kluft zw. Arm u. Reich weiter auseinander trifftet, ist den Seniorenvertreter vollkommen egal. Toll daß Ihre Partei dafür echte und gerechte Vermögenssteuern verhindert hat; Sie können darauf stolz sein!