Wir Senioren und die EU
20 Mai, 2009 von Andreas Khol
Die Medienkommentare der vergangenen Wochen waren einhellig der Meinung, der aktuelle EU-Wahlkampf werde ohne besonderen Einsatz geführt, sei eher lau.
Also, ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber wir Senioren sind äußerst aktiv unterwegs in diesem Wahlkampf – geflissentlich ignoriert von den meisten Medien. Dort konzentriert man sich fast ausschließlich auf die Spitzenkandidaten, auf persönliche Befindlichkeiten und versucht Unstimmigkeiten aufzustöbern und – sollten solche nicht vorhanden sein – diese zumindest zu unterstellen.
Für uns ist ganz klar, wofür wir in diesen Tagen so intensiv kämpfen: Wir wollen selbst entscheiden, wir wollen mit Sitz und Stimme auf allen Ebenen vertreten sein – natürlich auch in Europa! Wir haben unseren Kandidaten Heinz K. Becker, der ganz genau weiß, wovon er spricht und wofür er kämpft. Er kämpft für eine starke Vertretung für Österreichs Senioren in Europa. Und wir unterstützen ihn, weil wir wollen, dass er für uns in Brüssel kämpft.
Das große Friedens-, Freiheits-, und Wohlstandprojekt Europa war das große Ziel unserer eigenen Jugend. Dass es für uns alle gut ist, zeigt jetzt gerade die Finanzkrise: wären wir mit unserem Schilling noch auf uns allein gestellt, wären wir Opfer einer internationalen Haifisch-Spekulation geworden, unsere Ersparnisse den Bach der Entwertung hinabgegangen! Überlassen wir Europa nicht den Hetzern und Schlechtmachern – wählen wir die Profis der ÖVP!
Ich bitte heute Sie ganz persönlich: Nutzen Sie die Unterlagen aus unserem „EU-Werkzeugkisterl“, das Sie vergangene Woche erhalten haben, um für unseren Senioren-Kandidaten Becker zu werben. Unterstützen Sie Ihre Freunde, Bekannten und Verwandten bei der Beantragung und Abholung der Wahlkarten, falls diese am Wahltag nicht ins Wahllokal gehen können. Und vor allem: Bitte nehmen Sie an dieser für uns wichtigen Wahl teil.
Gemeinsam können wir es schaffen, Becker nach Brüssel zu entsenden. Das wird unseren Seniorenbund stärken: in den Gemeinden, im Land, im Bund und in Europa!
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Die Wahl ist geschlagen und nun bricht bei den Politikern aller Fraktionen der ganz normale Politikerwahnsinn aus. Ich kann das ja nur mit absoluter Sicherheit von meinem Heimatland behaupten, aber ich fürchte, daß es anderswo genauso ausschaut:
Die Schwarzen verlieren Stimmen, triumphieren darüber, daß die Roten noch mehr Stimmen verloren haben und bezeichnen sich als Wahlsieger! Die Roten lecken ihre Wunden und begründen ihr Debakel damit, daß sie ihre Forderung nach einem sozialeren Europa nicht deutlicher positionieren konnten.
Kein Mensch bei den Großparteien kommt auf die Idee, daß wir in erster Linie ein demokratischeres Europa und erst in zweiter Linie ein sozialeres Europa brauchen. Kein Mensch fagt sich, wo denn die Stimmen der Schwarzen und der Roten hingekommen sind und keiner will den Rechtsruck, der sich da eingestellt hat, zur Kenntnis nehmen. Offenbar hat das Volk keine Freude damit, die Türkei oder gar Israel in der EU zu haben und das aus gutem Grund. Genügt es nicht, daß sich die Israelis und die Moslems im Nahen Osten befehden, wollen wir diesen Zwist auch nach Europa hereintragen? Genau diese Sorgen bewegen die Bürger und lassen sie in Scharen zu den EU-Skeptikern wechseln. Wenn unsere Politiker nicht bald aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen, dann wechseln die Wähler bald von den EU-Skeptikern zu den EU-Gegnern. Es ist bereits 5 vor 12, lieber Herr Bundeskanzler Feymann, lieber Herr Vizekanzler Pröll!
Und wenn ich mir zum Beispiel das zufriedene Lächeln einer Frau Merkel nach der Wahl in den Massenmedien ansehe, dann kannn ich unschwer vermuten, daß es sich hier um kein Politikerproblem in unserer Alpenrepublik handelt, sondern daß die Politiker auch anderswo mit Blindheit und Ignoranz geschlagen sind.
Alles Gute, liebes Europa!